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SERCOS III – Topologie und Installation

Auch SERCOS III unterstützt die bei SERCOS I und SERCOS II eingesetzte Ringstruktur. Durch die voll-duplex-fähige Ethernet-Physik ergibt sich allerdings nicht ein einfacher Ring, sondern eine Doppelringstruktur. Die Doppelringstruktur ermöglicht, die Datenübertragung redundant auszuführen. Bei einer Kabelunterbrechung an einer beliebigen Stelle des Rings bleibt die Kommunikationsfähigkeit vollständig erhalten. D. h., die Anlage läuft störungsfrei weiter und die integrierte Diagnose meldet eine defekte Kabelverbindung oder eine defekte Station, die ohne Beeinträchtigung der Maschinenverfügbarkeit ersetzt werden kann. Neben der Ringstruktur wird auch die Linienstruktur zugelassen. Sie hat selbstverständlich nicht den Vorteil der Redundanz, spart allerdings eine Kabelverbindung ein. Das kann bei ausgedehnten Anlagen von Nutzen sein. SERCOS III nutzt somit nicht die Sterntopologie des Standard-Ethernet. Hubs oder Switches finden keine Verwendung.

Topologien bei SERCOS III

Topologien bei SERCOS III:
Links Ringstruktor mit Hardware-Redundanz, rechts Linienstruktur ohne Hardware-Redundanz

Die Installation eines SERCOS III-Netzwerks ist einfach und erfordert keine spezielle Netzwerkkonfiguration. Alle Teilnehmer werden mit Hilfe von Patch- oder Crossoverkabeln miteinander verbunden. Die Ethernet-Ports der Geräte sind untereinander austauschbar und können sogar genutzt werden, um Standard-Ethernet-Geräte (z. B. Notebooks) an ein SERCOS III-Echtzeit- Netzwerk anzuschließen. Damit kann mit beliebigen Ethernet- und IP-Protokollen auf SERCOS III-Geräte zugegriffen werden, ohne dabei das Echtzeitverhalten des SERCOS III-Netzwerks zu beeinflussen (Online-Modus) bzw. ohne dass das SERCOS III-Protokoll aktiviert sein muss (Offline-Modus).