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Profinet IO – Zertifizierung

Profinet ist in der IEC 61158 genormt. Sie ist die Basis dafür, dass Geräte in industriellen Anlagen miteinander vernetzt werden können und ihre Daten fehlerfrei miteinander austauschen können. Die Sicherstellung von Interoperabilität in Automatisierungsanlagen erfordert entsprechende Qualitätssicherungsmaßnahmen. Aus diesem Grund hat die Profibus-Nutzerorganisation ein Zertifizierungsverfahren etabliert, bei dem auf der Basis von Prüfberichten nach DIN ISO 9001 akkreditierten Prüflaboren Zertifikate für Profinet-Geräte ausgestellt werden.

Während bei Profibus die Zertifizierung eines Feldgerätes freiwillig war, ist die Zertifizierung eines Gerätes bei Profinet IO verbindlich vorgeschrieben.

Ein Zertifizierungstest ist eine standardisierte Testprozedur, die von einem akkreditierten Prüflabor durchgeführt wird. Der Testumfang ist in einer Testspezifikation für jedes Prüflabor bindend beschrieben. Die Tests werden als so genannte „Black-Box-Tests“ durchgeführt, bei dem der Tester der erste reale Anwender ist.

Zertifizierte Geräte garantieren die Konformität eines Profinet-Produkts zur Profinet-Norm und die Interoperabilität in einer Anlage mit Teilnehmern unterschiedlicher Hersteller.

Für den Anlagenbauer/-betreiber bedeutet der Einsatz zertifizierter Produkte Zeitersparnis bei der Inbetriebnahme und ein stabiles Verhalten während der gesamten Nutzungsdauer. Die Zertifikate geben auch die Zugehörigkeit eines Gerätes zu einer bestimmten Profinet Conformance Class an und erleichtern so auch die Auswahl von Profinet-Geräten im konkreten Anwendungsfall.

Der Weg zum Profinet-Zertifikat

Bei Profinet müssen alle Feldgeräte ein Zertifikat der Profibus-Nutzerorganisation haben. Die Zertifizierung läuft in folgenden Schritten ab:

  1. Der Gerätehersteller entwickelt ein Profinet-Gerät, beantragt eine Vendor-ID bei der Profibus-Nutzerorganisation (PNO) und erstellt die erforderliche GSD-Datei.
  2. Der Gerätehersteller meldet sich mit einem ausgefüllten Prüfantrag bei einem akkreditierten Profinet-Prüflabor zu einem Zertifizierungstest an.
  3. Nach dem Test bekommt der Gerätehersteller einen Prüfbericht vom Prüflabor.
  4. Ein positiver Prüfbericht ist Voraussetzung dafür, dass der Gerätehersteller das Profinet-Zertifikat bei der PNO beantragen kann.

Die Durchführung des Zertifizierungstests durch das Prüflabor sowie die Ausstellung eines Zertifikates durch die PNO sind kostenpflichtige Dienstleistungen. Die Kosten können grob überschlägig mit 10.000 Euro veranschlagt werden.

Kostengünstig und schnell zum Profinet-Zertifikat

Hat ein Gerätehersteller sich für die Realisierung der Profinet-IO-Schnittstelle auf Basis von bereits zertifizierten Profinet-IO-Kommunikationsmodulen oder eines zertifizierten Protokollkonverters entschieden, dann hat er auch Vorteile bei der Zertifizierung. Da bereits eine Vorzertifizierung vorliegt, verläuft der Zertifizierungsprozess in aller Regel viel schneller und problemloser als bei einer Eigenentwicklung auf der Basis von Profinet-ASICs. Vorzertifizierte Lösungen sparen dem Gerätehersteller auch bei der Zertifizierung Kosten in erheblichem Umfang und verkürzen den Weg zum Profinet-Zertifikat deutlich.