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Modbus-TCP in der Praxis

Datentransfer

In der Praxis muss der Anwender die Protokollgrundlagen meist nicht kennen. Der Zugriff auf Daten läuft für ihn im Hintergrund ab:

  • Bei der Konfiguration eines Bedienterminals muss er lediglich die Variablennamen oder Adressen von Datenstrukturen angeben, die durch eine Eingabe am Terminal modifiziert werden sollen.
  • Bei der Programmierung von speicherprogrammierbaren Steuerungen wird der Anwender vielfach durch Funktionsbausteinbibliotheken unterstützt, die den Datentransfer für ihn realisieren. Auch hier müssen lediglich die Geräteadresse des Kommunikationspartners sowie die Adressen der verwendeten Datenstrukturen bekannt sein.

Fazit

Das Modbus-Protokoll stellt eine interessante Alternative zur Realisierung von Kommunikationsarchitekturen in der Automatisierung dar, insbesondere bei Nutzung des ethernet-basierten Modbus/TCP. Neben der einfachen Realisierung einer leistungsfähigen Client-/Server-Kommunikation für unterschiedlichste Geräte lässt sich hiermit durch Einsatz von Gateways auch die Brücke zur existierenden Vielfalt modbus-fähiger Geräte schlagen. Zusätzlich bietet Modbus/ TCP eine elegante Möglichkeit, dezentrale E/A-Architekturen zu realisieren.

Bleibt noch anzumerken, dass Modbus/TCP – ähnlich wie andere auf TCP/IP basierende Protokolle auch – nicht nur auf Ethernet beschränkt ist. Es lässt sich im Internet oder in Intranets ohne Einschränkung verwenden, wobei neben Ethernet auch Glasfaserstrecken, Wählverbindungen im (mobilen) Telefonnetz und drahtlose Übertragungsstrecken zum Einsatz kommen können. Und auch die Konfiguration von Firewalls ist ohne weiteres möglich, da für Modbus/TCP von der IANA einer der so genannten „well known“ Ports (Port 502) zugewiesen worden ist. Damit ist Modbus/TCP nicht nur für den Einsatz in lokalen Automatisierungsnetzwerken bestens gerüstet.