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Topologie eines Interbus-Netzwerkes

Aufgrund der Punkt-zu-Punkt-Struktur kann an jeder beliebigen Stelle der Busleitung (RS-485) mit Standardumsetzern eine Umsetzung von der Kupferleitung auf Lichtwellenleiter erfolgen. Es sind also keine selbststeuernden Repeater-Umsetzer wie bei anderen Bussystemen notwendig.

Im Gegensatz zu anderen Bussystemen hat der Interbus aktive Slaves.

Die Verwendung der Ringstruktur bietet zwei entscheidende Vorteile für das System. Zum einen bietet der Ring im Gegensatz zur Linienstruktur die Möglichkeit des zeitgleichen Sendens und Empfangens von Daten (Vollduplex), zum anderen lässt sich eine wesentliche Verbesserung der Eigendiagnostik des Systems erreichen.

Bei linienförmigen Bussystemen mit sogenannter Multi-Drop-Ankopplung der Teilnehmer sind alle Geräte passiv an den Bus angekoppelt (Multidrop = parallele Ankopplung der Teilnehmer an den Bus, das bedeutet, dass alle Teilnehmer parallel an der gleichen physikalischen Busleitung angeschlossen sind). Die Passivität des Teilnehmers beschränkt sich jedoch nur auf den fehlerfreien Betrieb bzw. auf eine Unterbrechung der Busanschaltung des Teilnehmers. Bewirkt ein Fehler in der Busanschaltung eines Teilnehmers jedoch einen Kurzschluss der Busleitung oder wird die Leitung an einer anderen Stelle außerhalb des Teilnehmers kurzgeschlossen, so ist in einem solchen System keinerlei Kommunikation mehr möglich. In diesem Fehlerfall kann in linienförmigen Systemen keine Ermittlung der Fehlerstelle über automatische Diagnosefunktionen des Netzwerkes erfolgen. Ein Ringsystem mit aktiver Teilnehmer-Ankopplung bietet dagegen prinzipbedingt eine Segmentierung des Kommunikationsnetzwerkes in elektrisch unabhängige Teile. Bei einem aktiven Fehler eines Teilnehmers sowie bei einem Kurzschluss oder einer Unterbrechung der Busleitung fällt hier nur die Kommunikation an der Fehlerstelle aus. Die Lokalisierung des Fehlerortes ist durch Netzmanagementfunktionen im Busmaster möglich, sodass eine gezielte Fehlerbehebung erfolgen kann. Gleiches gilt bei sporadischen Übertragungsstörungen, wie sie z.B. durch elektromagnetische Störquellen oder fehlerhafte Verkabelung ausgelöst werden. Im Liniensystem werden hierdurch zufällig beliebige Telegramme zerstört.

Die Möglichkeit der Bildung von lokalen Unterringsystemen im Interbus-Netzwerk lässt zusätzlich ein rückwirkungsfreies An- und Abkoppeln von Teilnehmern zu. Die Koppelelemente zwischen den Bussegmenten erlauben, gesteuert vom zentralen Busmaster, ein An- und Abschalten eines Subsystems.

Manipulationen am Untersystem sind so ohne Rückwirkungen auf das restliche System möglich. Die Zuweisung der Daten zu den einzelnen Teilnehmern erfolgt nicht, wie in anderen Systemen notwendig, über die Vergabe einer Busadresse an die einzelnen Teilnehmer, sondern über die physikalische Lage der Teilnehmer im Ringsystem.